Freitag, 5. September 2008

No one writes real letters anymore

and if I can tell you one thing it's that I didnt learn any/ except to go easy on my self and I'll be repaid with a constant heartbeat (Firetruck Doki Doki)

Eine kleine neue New-Folk-Pop Entdeckung: sie kommen aus England (Northampton), spielen zuckersüße Musik, nehmen diese vornehmlich in Umea (Schweden) auf und haben irgendwie auch noch einen komischen, aber interessanten Namen: The All New Adventures Of Us, kurz TANAOU. Und da ist irgendetwas romantisches, das diese Band umgibt - etwas, das einen unweigerlich seufzen lässt. Die Musik der siebenköpfigen Band (was unweigerlich an Los Campesinos! erinnert) spielt irgendwo zwischen Belle & Sebastian und The Magic Numbers - sie ist wahrscheinlich nicht für jedermann geeignet (einigen könnte sie wahrscheinlich zu langweilig sein), aber man sollte TANAOU schon die Chance geben, einen zu verzaubern.
Ihr Album "Best Loved Goodnight Tales" erscheint in Großbritannien am 6.10. auf One Little Indian, ihre zweite Single "Firetruck Doki Doki" am 29.9.

Links:
MySpace
Firetruck Doki Doki (live & akustisch)

Dienstag, 2. September 2008

Rocken am Brocken 2008.

Über mein erstes Festival zu schreiben, wird eine mindestens ähnlich schwere Operation wie über Lieblingsalben und -künstler zu sinnieren. Dass dieses Festival ebenso noch in seinen Kinderschuhen steckt (allerdings nicht unbedingt spürbar) wie meine Festivalerfahrung, lasse ich hierbei mal außen vor.

"Rocken am Brocken in Elend bei Sorge (Harz)" - wenn das mal kein Reißer ist für dumme Witze Erzähler; vielleicht dachten deswegen viele auch eher an einen Witz als an ein handfestes Festival mit einem handfesten Line-Up. In seinem zweiten Jahr konnte die (noch) kleine zweitägige Zusammenkunft Musikliebender jedoch mit ein paar Größen aufwarten.
Statt fand dies alles am 22. und 23. August 2008 in einer lieblich grünen und verregneten Landschaft in der gefühlten Mitte des Nichts, direkt am Fuße des Brocken (der quasi über der Bühne trohnte). Meine Mitstreiter und ich kamen aufgrund einiger Umleitungen zwar ein bisschen spät an am Freitagabend, doch scheinbar hatten wir nicht wirklich etwas verpasst (und angefangen zu regnen hatte es sowieso gerade) und das Zelt musste eh noch auf dem (relativ überraschend leeren) Zeltplatz aufgebaut werden (währenddessen ich hilflos unterm Regenschirm stand bis ich auch endlich mal meine Finger bewegt habe...). Danach ging es flugs zum Festivalgelände, Karte vorzeigen für das Eintritts-Festival-Bändchen und dann nichts wie hin zur Bühne. Eigentlich war ja noch die Hoffnung darauf, dass Dschäänäää (= Jennifer Rostock) schon von der Bühne runter waren, irgendwo im Unterbewusstsein mitgeschwommen, doch da wurden wir leider enttäuscht. Die erste Band, die wir erwischten, war The Ghost of Tom Joad, die ihren Slot mit Mr Irish Bastard getauscht hatten, da diese ein wenig Probleme hatten mit der Ankunft (TGOTJ hätten den späteren Slot aber wirklich verdient...). Danach also Mr Irish Bastard (nicht so mein Fall) und dann die Festivalheuschrecken Jennifer Rostock. Viele im Publikum rollten nur mit den Augen, als deren Frontfrau solch qualifizierten Sprüche abließ wie "Fasst euren Freundinnen an die Titten!" (etc pp, damit hörte es ja nicht auf, aber ich wollte in diesem Post noch ein bisschen Stil aufrechterhalten). Kaum waren JR, die, muss man auch zugeben, wirklich zumindest den vorderen Teil des Publikums zum Tanzen gebracht hatten mit ihrem Pseudo-Spaß-Punk-Pop-Alternative-Electro-Zeug, fing es an zu regnen. Ab ins Zelt. The Guns verpasst (wäre aber, glaube ich, eh nicht so meins gewesen...) und noch ein Stückchen von Turbostaat. Dann ging es aber wieder zurück (kurze Wege), Muff Potter waren ja schließlich bald dran. Da ich von unfreundlichen Pogern am ersten Abend bei meinem ersten richtigen Pog-Versuch auf einem Festival gleich wieder einen Ellenbogen ins Gesicht bekam und man mich dann aus der Gruppe fischen durfte während ich mir die Nase hielt, blieb ich dieser Menge in Folge dessen meistens fern (ich weiß, Poger-Ehrenkodex und so hin oder her, von wegen Rücksicht auf die, die nicht so wollen wie man selber und aufhören, wenns Unbeteiligten weh tut - nö, manche lieben eben Gewalt; hierbei sei allerdings erwähnt, dass es Ausnahmen waren, die sich so bescheiden aufgeführt hatten, schreckt trotzdem ab). Dementsprechend habe ich mir Muff Potter aus wohliger Entfernung gegönnt (bzw da war die perfekte Gelegenheit, mal das Dixie-Klo zu besuchen... keine Schlangen) und dann noch gemütlich ein leckeres Crêpe gegessen. Trotzdem: Muff Potter waren mein Highlight des ersten Tages - ich habe mich gefreut wie Bolle, als "Fotoautomat" gespielt wurde, ebenso wie "Alles nur geklaut". Sehr schön. Nach MP gab es dann noch die King Kong Disko bis 4 Uhr früh im Partyzelt, aber wir waren zu müde und sind in den Schlafsack gefallen (und haben uns vorher noch aus unseren nassen Sachen geschält...) - und es ist ja auch nicht so, dass wir die Songs nicht auch in unserem Zelt gehört hätten (Playlist war eigentlich ganz gut, muss ich zugeben).

Nach einer arschkalt-nassen Nacht in einem zu dünnen Schlafsack (zumindest für mich, Falk und Timm waren seeehr viel besser dran bzw ausgerüstet) mit diversen Helga/Christian/Sebastian/Daniel schreiend-suchenden Menschen wurde sich dann in die (immer noch vorwiegend) nassen Sachen geprügelt, um Frühstücken zu gehen - das hieß: rein aufs wunderbare Konzertgelände (es war so gegen... 10?), das uns bei relativ tollem Wetter anstrahlte, zu der Zeit schien wirklic
h fast keiner wach zu sein außer einem Großteil der Festival-Crew und ein paar verstreuten Besuchern auf der Suche nach Frühstück (das war dann ein Schinkenbrötchen), dann die gesäuberten und entleerten (!) Dixie-Klos (mit Klopapier!) benutzen. Zurück zum Zelt, im Feld Zähne putzen (besonderes Erlebnis mit Regenwasser). Dann wieder zurück, wo Flash the Crowd gerade die paar Hanseln vor der Bühne zu unterhalten versuchten. Es hat nicht ganz geklappt (Musik war auch nicht so meins), aber der Sänger war wunderbar sarkastisch-ironisch und hat es auch irgendwie geschafft, das Publikum so über die Stromausfälle hinwegzuunterhalten.
Nach FtC kamen (eher als geplant, da Call Me Names von der Feuerwehr zum Festival get
uckert wurden...) Empty Guns auf die Bühne - und die hatten ordentlich Groove und Indie HipHop vom Feinsten in den Taschen/Instrumenten, was das Zuhören zu einem wahren Ohrenschmaus machte. Leider war auch ihr Auftritt durch Stromausfälle unterbrochen (wegen des immer wieder einsetzenden Regens?), aber auch hier schaffte es der Sänger wieder, die paar dem Regen trotzenden Hansel (inklusive Falk, Timm und ich) zu unterhalten. Nach deren Konzert ging es zum Merch-Zelt (wurde dann nach den Gigs immer eine Art Ritual: Gig - Merch - Bühne - Merch - Bühne). Es folgten Call Me Names mit einem - ebenfalls - wunderbaren sarkastischen Menschen auf der Bühne (diesmal wars der Gitarrist, der in dann auch noch kostenlose Demos ins Publikum schmiss, das auf einmal aktiv wurde). Zum Tanzen animiert werden konnten die paar Handeln vor der Bühne sowieso nicht, also hatte man als Zuschauer wahrscheinlich dasselbe Gefühl wie die Band selbst - man, was für ne Scheiße; die Band wurde auf grauenvolle und unbarmherzige Art und Weise in meinen "schlecht" Gehirnkasten gesteckt.
Wer versucht, schlau zu sein bzw wer Überraschungen nicht so unbedingt mag, informiert sich bei Bekanntwerden des Programms über einzelne Künstler, sonst hätte ich es wahrscheinlich verpasst, mir die live hervorragende Band Justus Parker anzusehen. Falk und ich standen in der ersten Reihe, fast direkt vor dem Sänger. Beim Aufbau wollte F. dann einen der Gitarristen eine Gitarren-technische Frage stellen (a.k.a. "Stärke?"), die alles zwischen Saitenstärke (so wars gemeint) und körperliche Stärke hätte meinen können. Schade, dass darauf keine Antwort kam. Es folgte eine Kick-Ass Vorstellung, die Lust auf mehr machte: JP hätten ohne mit der Wimper zu zucken eine der perfektesten Vorbands für FOTOS sein können. Ich deute hierbei mal noch darauf hin, dass ihr die E.P. "Tanz, Baby!" auf der JP-Site (siehe Musikakrobaten) kostenlos runterladen könnt.
The Vineyards legten der angeheizten Stimmung nach JP ordentlich nach (bei beiden Bands war endlich mal ein "richtiges" Publikum), wenn ihr mich fragt, sollte man die Band für die Zukunft noch auf der Rechnung haben, wer weiß, wie gut sie noch werden. Leider habe ich nicht das komplette Konzert mitbekommen, da wir uns erst mal durch die Schlange am JP-Merchstand kämpfen mussten.

Dann mein zweites Festivalhighlight: .computer.. aus Hamburg - eine Indie- Electro- Ambient- Rock- Pop- Band, die nach Sekunden einen so dichten Klangteppich aufbaut, dass es einem automatisch das Wasser in die Augen treibt. Ich kannte die Band schon seit Beginn des Jahres und habe mich dementsprechend auch auf diesen Gig gefreut: meine persönlichen Lieblingslieder "Care About Me" und "1800 (Frozen to Death)". Eben wegen ihrer musikalischen Brillianz ärgerte es mich ein wenig, dass so wenig Leute vor der Bühne waren. Es gibt nicht viel zu dem Gig zu sagen außer: wenn man im Atmen innehält (Kante...).
Claus Grabke und The Heartbreak Motel habe ich mir dann nicht wirklich angetan, nicht sooo meine Musik, ich habe nur bei CG ein wenig zugesehen, aber vergessen,
wie gut er war und dann ging es auch nochmal ins Zelt, fing ja wieder an zu regnen (ja, ja, Asche auf mein Haupt). Dies hat leider dazu geführt, dass wir einen Großteil von The Audience verpassten - den Teil, den wir mitbekommen haben, kann man durchaus als Bombe bezeichnen, mit einem sich verausnahmenden Sänger, der (wow) tatsächlich zu dampfen schien. Sympathischer Indie-Rock/Pop, den ich mir bestimmt das eine oder andere Mal mehr ansehen werde, vor allem aber fragt man sich, warum man vorher noch nichts von dieser Band gehört hat. Und: kommen TA auch mal in meine Stadt, dann wird ordentlich abgefeiert.
Es folgte das selbsterkorene "Next Big Thing" Stompin' Souls aus Schweden, mit eben typischem, aber auch irgendwie gefühltem mittelmäßigen Rock/Pop, der zwar die Beine zum Tanzen animierte, aber irgendwie doch nicht in
den Ohren hängenblieb. Moment, es blieb hängen, dass sich der Sänger andauernd über die verdammte Kälte beschwert hatte, am Ende aber doch sein T-Shirt auszog und durch die Gegend sprang. Es hat Spaß gemacht, die Band zu sehen, aber in Erinnerung behalten konnte ich sie trotzdem nicht. Es folgten die Punks Montreal, deren Name größeres Erwarten ließ als eben jene Musik und ein ewig langer Stage Dive des Schlagzeugers, nur um drei Cocktails zu holen.
Danach - endlich - FOTOS. Tom (voc, git) kam schon mit einem Lächeln auf die Bühne - sehr sympathisch. Nach diversen Soundcheck-Schwierigkeiten dann kam die wahrscheinlich beste halbe Stunde des ganzen Festivals. Inklusive "Ich bin für dich da", "Nach dem Goldrausch", "Viele" und "Serenaden", sowie einer wunderbar charmanten, rockenden und scheinbar Spaß habenden Band. Was hatte das zur Folge? Natürlich! Man hat sich nochmal in die vier Herren und deren Musik verliebt. Leider mussten sie uns schon nach etwas mehr als einer halben Stunde verlassen, weil Headliner JOHNOSSI sonst hätten kürzer spielen müssen. Also wurde das Publikum gefragt, welcher Song als letzter gespielt werden sollte - das grandiose "Giganten" setzte sich gegen "Explodieren" durch. Eine Wall of Peace (die sich allerdings auch irgendwie wie eine Wall of Death angefühlt hat), gab es auf Wunsch von Tom am Ende von "Giganten" übrigens auch noch. Leider keine Zugabe aus Zeitgründen. Wirklich, die wunderbarste halbe Stunde seit langem. Oder überhaupt?!
Es folgten: JOHNOSSI. Meine Wenigkeit, die sich eher mit "Execution Song", "Man Must Dance" und "Party with my Pain" beschäftigt hatte, wurde vollkommen weggeblasen. Nicht nur durch die (mir schon irgendwie bekannte) leichte Arroganz von John, sondern vor allem durch die Songs, die Performance-Explosionen auf der Bühne (und JOHNOSSI sind nur zwei!), die akustische Gitarre, die sich angehört hat wie eine elektrische. Geteilt war das Konzert in zwei Teile. Erst dachte man ja, dass die beiden einen einfach unverschämt kurzen Gig gespielt haben, nur damit John dann wieder hervorkommt, sich mit "Family Values" wieder zurück in die Herzen spielt und um dann wieder mit Ossi die Bühne zu bearbeiten (im Sinne von Rocken am Brocken - im wahrsten Sinne des Wortes). Die Schweden haben mich wirklich nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, sie haben mich von sich überzeugt und ich freue mich wie Bolle auf den Tag, an dem sie wieder in Dresden ihre Zelte aufschlagen. Hoffen wir mal, dass es nicht so lange dauert.
Ich muss sagen - der zweite Festivaltag war das Non-Plus-Ultra der beiden Tage.
Es ging nach JOHNOSSI nicht in den King Kong Club, es ging wieder ins Zelt, mit einem Riesenlächeln auf den Lippen und der Vorfreude auf ein warmes Bett, eine lange Dusche und trockene Kleidung.


Ich hab euch hier mal eine kleine Playlist meiner persönlichen Festivalhighlights zusammengestellt. Klar, die ist sehr subjektiv erstellt worden, aber ich sagte ja - der zweite Tag war mein Lieblingstag. :)


Fazit:
Wenn ihr die Chance habt, dann kommt doch nächstes Jahr auch ins Elend und lasst die dummen Witze diesbezüglich über euch ergehen. Dieses Festival ist noch dabei, sich weiterzuentwickeln und ich bin schon darauf gespannt, wohin es im nächsten Jahr geht. Die Festivalcrew war wahnsinnig nett (hier nochmal ein Lob und ein großes DANKE), die Security schnell und effizient, Location vielleicht scheinbar ab vom Schuss, aber dafür auch wunderschön (und man schien nicht so viele Leute zu stören wie in einer Großstadt...). Das Publikum war (bis auf Ausnahmen wie schon erwähnt) sehr nett, ist mit der Musik mitgegangen (allerdings haben da so einige ganze Zeltgarnituren auf dem Campingplatz zurückgelassen...). Wetter war suboptimal, meine Begleitung(en) dafür umso toller. Wir hatten vielleicht kein Burning Dixie, aber dafür großartige Künstler und ein sympathisches Festival. Das waren mit Abstand die bisher wunderbarsten von Musik erfüllten 2 Tage, die ich bisher verleben durfte (inklusive Shit Talk und so einigen Witzen, die mich in einen Lachkrampf versetzt haben) und wenn ich es kann und das Line-Up ähnlich großartig ist wie in diesem Jahr, bin ich auch 2009 dabei. :-)

Line-Up (in tatsächlicher Reihenfolge):
22.8.: Black Tequila, Begbie, The Ghost of Tom Joad, Mr Irish Bastard, Jennifer Rostock, The Guns, Turbostaat, Muff Potter.
23.8.: Flash the Crowd, Empty Guns, Call Me Names, Justus Parker, The Vineyards, .computer.., Claus Grabke, The Heartbreak Motel, The Audience, Stompin' Souls, Montreal, FOTOS, JOHNOSSI.


Links:

Rocken am Brocken (MySpace)

How am I to forget your name with your skin under my nails?

Und wieder bin ich auf das gespannt, was ein norwegischer Künstler noch kreieren wird: diesmal ist es Moddi, hinter dem der sympathische Wuschelkopf Pål Moddi Knutsen steckt. Live bekommt der aus Senja stammende Herr auch Unterstützung von Einar Stray (über den ich hier auch schon berichtet habe), sowie natürlich noch von weiteren Musikern (wobei die Mitglieder auch zu wechseln scheinen). Insofern überrascht es aber auch nicht, dass Moddi und Einar sich eine 12" Vinyl LP teilen: auf der einen Seite "Rubato" von Moddi, auf der anderen "Favors and Fields" von Stray, zumal ihre Musik einen ähnlichen Hintergrund zu haben scheint. Zur Zeit versuche ich, meine Finger an diese Platte zu bekommen (für all die Nicht-Plattenspieler-Besitzer - mich eingeschlossen - gibt es mit der Doppel-EP auch noch eine CD), was sich allerdings als ziemlich schwierig erweist ohne Kreditkarte - zumal diese EP noch Underground des Underground in Norwegen zu sein scheint. Habt ihr eine CC, könnt ihr die Platte unter anderem hier bestellen.

Beim Øya Festival in Oslo haben Handheldshows Moddi (+ Band) in einem kleinen Gig in einem kleinen Studio (Stray am Klavier ist in einem anderen Zimmer) auf den Bildschirm gebannt. Den wunderbaren Song Silhouette könnt ihr euch hier ansehen. Die beiden großartigen Songs "Magpie Eggs" und "Rubbles" gibt es zur Zeit auf der MySpace-Seite des Künstlers.

Montag, 1. September 2008

Ein kleiner Vorbote

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie warten hoffentlich ebenso sehnsüchtig auf das neue TOMTE-Album "Heureka" wie meine Wenigkeit. Bis zu dessen Veröffentlichung müssen Sie und ich uns allerdings noch ein wenig gedulden - das (hoffentliche) Meisterwerk erscheint erst am 1. Oktober. Nun endlich ein Vorbote vom neuen Album, ein Lied mit einem markanten Titel wie "Der letzte große Wal" (als wäre der Titel eine Erweiterung des Liedes "Der langsame Tod eines großen Tieres" von Herrenmagazin, schon interessant wie ähnlich traurig beide klingen). Nun, ich muss vorausschicken: es ist nichts wirklich neues, das Ihnen da entgegenschallen wird. Meine Damen und Herren, ich freue mich Ihnen sagen zu dürfen, dass Tomte sich scheinbar treu geblieben sind, den langgezogenen Vokalen Uhlmanns, in die man sich spätestens seit "Wilhelm, das war nichts" verliebt hat.
Uns erwartet bei "Der letzte große Wal" wieder einmal mehr das wunderbar subtil komplizierte Songwriting des Frontmannes. Es lässt auf viel hoffen.
Nun möchte ich Ihnen auch nicht weiter dieses Lied/Video vorenthalten.
Bitte schön, hier klicken.

Mit herzlichsten Grüßen,

A.

Samstag, 30. August 2008

Layout.

Ich bin gerade dabei, unser Layout ein wenig zu überarbeiten (neben dem Vorhaben, Rezensionen zu schreiben, einen Festival- und einen Konzertbericht), also nicht wundern, wenn es erstmal hier aussieht wie auf einer mehr oder minder größeren Baustelle. Nicht, dass es euch auffallen würde, wenn ihr hier nur ab und zu mal hineinschneit ;-)

Die erste "Neuerung" hierbei ist eine Linkliste zu den hier diskutierten Künstlern (unter "Musikakrobaten"). Liste wird dann natürlich stetig erweitert. Zu erwähnen wäre übrigens noch, dass, sollte die Band eine haben, vorrangig die Homepage des Künstlers verlinkt wird, sollte es keine geben, dann erst die MySpace-Seite. Dies gilt der Übersichtlichkeit, auch wenn ihr in unseren Posts meist auch einen MySpace-Link finden werdet.

Montag, 25. August 2008

!

Muss hier auch noch mal gesagt werden:

Rettet das Molotow!


Warum? Weil in diesem Club mit Tradition unter anderem folgende Bands vor einem Publikum von maximal 350 Leuten spielten, oft auch hier ihr erstes Deutschlandkonzert gaben und Hamburg durch diesen Club auf der Liste von vielen Touren steht:


The Wombats
Shitdisco
The Gossip
Jamie T
Blood Red Shoes
Last Days of April
Hot Hot Heat
The Mars Volta
Editors
The Futureheads
Johnossi
Klaxons
Polarkreis18
...

Sonntag, 3. August 2008

Nach Hause kommen.


Andrew Bird - Armchair Apocrypha

Ich hatte mal einen Vogel, der hieß Bubi. Und er sah genauso aus wie der Wellensittich auf Andrew Birds Armchair Apocrypha. Nun mag man vielleicht sagen, dass soetwas keinesfalls in eine Plattenkritik gehört, aber ich finde, ein gutes Cover gehört schon dazu. Und wenn man dazu auch noch ein persönliches Verhältnis aufbauen kann, ist das noch ein weiterer Grund, ein Album zu hören. Gut, ich muss dazu sagen, dass ich diesem Album nicht zuerst im CD-Laden begegnet bin, sondern mir von Timm eines der Lieder des Albums geschickt wurde (dafür bin ich heute noch dankbar). Und wie es dann eben läuft - extensives YouTuben (ach, immer dieses Neudeutsch, schrecklich...) und irgendwann dann doch der Gang zum Plattenhändler (bzw der Kette) des Vertrauens, wo einem dann endgültig die ohnehin schon existente Zuneigung zu diesem Album ins Gesicht springt.
Andrew Bird, scheinbar hauptberuflich Multiinstrumentalist, zieht die Hörer in Armchair Apocrypha in eine Welt zwischen Zu Hause, vorbeirasenden Landschaften und dem Menschen auf der anderen Straßenseite. Ironisch bis sarkastisch-zynische Texte, die endlich mal das laut werden lassen, was den immer noch Denkenden dieser Welt seit einiger Zeit (beziehungsweise der medialen Überpräsenz von hirnraubenden Sendern wie CNN und diversen anderen) durch den Kopf spukt. Da ist dieser kleine, aber heftige Seitenhieb für den Otto-Normal-Amerikaner, der nach diesem Album fast dazu gezwungen wird, seine (eigenen) Augen zu öffnen. Aber - wer hätte es gedacht - es ist nicht nur Musik für Amerikaner, sondern für jeden, der sich manchmal fragt, warum man eigentlich das Gefühl hat, dass da noch drei Kilometer Luft zwischen der eigenen und der auf der eigenen liegenden Haut eines anderen Menschen sind: 'what was mistaken for closeness was just a case of mitosis/ why do some show no mercy while others are painfully shy?' Er spricht das Große im Kleinen an und bleibt dabei doch zutiefst persönlich, sodass man beinahe das Gefühl hat, Herr Bird würde einem eben eine dieser Geschichten bei einem Glas Wein (wahlweise einem anderen Getränk) erzählen.
Musikalisch geht Bird im Vergleich zu Weather Systems nicht wirklich neue Wege, das Pizzicato und das herrliche Pfeifen bleibt vorhanden, nur kommt diesmal irgendetwas episches hinzu. Um ehrlich zu sein, können alle vorherigen Alben Armchair Apocrypha nicht das Wasser reichen, denn wird noch nicht mal eines der Songs überdrüssig. Es ist einfach eines dieser in sich schlüssigen Perlen der Musik: was leise in Fiery Crash aufgeweckt wird, wird sanft mit Yawny at the Apocalypse (dieser Titel!) zu Bett gebracht - und dazwischen? Dazwischen liegt ein ganzer Tag, mit seinen lebenswerten Höhen und Tiefen, allen voran mit Melodien, die nicht nur die Füße zum Tippen auf sämtlichen greifbaren Unterlagen bewegen, sondern die das Herz vor lauter Schönheit beinahe zu brechen scheinen.
Vor ein paar Monaten habe ich entdeckt, dass dieses Album nicht nur prädestiniert ist für Dauerrotation, nein, es ist außerdem auch noch der perfekte, wahrlich perfekte, Soundtrack für Zugreisen/Autofahrten jeglicher Art, vor allem, wenn man vorbeiziehende Landschaften genießen kann. Dies bringt mich nun wieder zurück zu Bubi - schnell liebgewonnen, aber nie vergessen: wie dieses Album - was es noch schwerer macht, über es zu schreiben.

Fazit: 10/10.

Anhörtips:
Fiery Crash, Heretics, Imitosis, Yawny at the Apocalypse

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